Lese-, Video- und Hörproben*

Filmausschnitt (ca.15 min.) aus der Verfilmung des gleichnamigen Romans unter der Regie von Frank Guthke für das ZDF.

Achtung: Für das Abspielen ist ein ".wmv"-Player notwendig. Entsprechende freeware kann bei Microsoft (hier für Windows PC) oder hier für Apple Computer) heruntergeladen werden.

Leseproben aus dem Gedichtband "LIEBE" (2006)*

 

          Hörproben*

* Diese Lese-, Video-  und Hörproben befinden sich auf der Webseite des Verlags editionRester, Utting


Leseproben aus dem neuen Gedichtband "GEGEN DEN STROM" (2014)
   

   Vorwort zum Gedichtband
 "GEGEN DEN STROM"
  

Gegen den Strom zu schwimmen kostet Kraft und einen Löwenmut, dann wenn der Strom in die Tiefe reißt. Bei Überquerung des Sanaga in Kamerun, als Arzt auf dem Weg zu Patienten in einer sehr fragilen Piroge, beschwor ein einheimischer Priester die mörderischen Flussgeister: Krokodile, Flusspferde und Giftschlangen, die schon viele Menschen getötet hatten, und bat um eine sichere Überfahrt.
Jedes etablierte Machtsystem kann in den Untergang reißen, wenn es in die Krise gerät oder gar stürzt wie Hitler-, Mussolini-, Stalin-, Pol Pot-Diktaturen und andere. Wer gegen die gültigen Begriffsmünzen denkt und handelt, gleicht einem Schwimmer gegen den Strom. Er aber untergräbt die Wertbegriffe dieses Zeitgeistes und zerstört die logische Scheinsicherheit, die von den Machthabern gebraucht wird, damit Geldströme weiter ihre Herrschaft erhalten und in die Kassenkraftwerke fließen. Zweifel jedoch schaffen Unsicherheit und Unruhe.

Viele schwimmen mit dem Strom, solange sie gut genährt sind und der Rubel rollt. Wehe, sie spüren die Tiefe, den Tod, der dort lauert! Panisch wollen sie ans Ufer: Nichts wie weg!

Oder: Sie vertrauen der Tragfähigkeit des Flusses und bleiben treue Mitschwimmer. So geschehen im Kommunismus, der das Paradies auf Erden errichten wollte. Mit ihm ist eine Allmacht dieses Menschengeistes unserer Tage abgesoffen einmal gegen die Wand gefahren.

Der darwinistische Geist des Kapitalismus hat nun für kurze Zeit das Maß und die Grenzen der Aufklärung gesetzt und die Vorherrschaft der Stärksten neu etabliert. Raffgierige werden noch geldgeiler und finden immer neue Objekte für einen finanziellen One-Night-Stand, der lustvoll bereichert. Moderne Versklavung im
Macht-Materie-Pakt scheint längst die Strahlkraft der Nächstenliebe überlagert und zerstört zu haben.

Die Großmächte besitzen zusammen das zigfache Vernichtungspotential, um die Erde zu pulverisieren. Abgase steigen, verfinstern die Sicht, Atemluft verknappt, die Menschheit keucht. Taifune wüten, Tsunamiwellen überrollen, Meere springen mehrere Meter hoch über die Barrieren, aufgewühlt vom unkontrollierbaren Beben der Erde. Die Fluchtplaneten Mond und Mars sind weiterhin unbewohnbar.
Es herrschen die Horrorzwillinge Sozialdarwinismus und Turbokapitalismus im Dienst Mächtiger: Sie gewähren uns die Scheinfreiheit einer so nie zu erreichenden Selbstbestimmung.

Wille und Geist eines universellen Schöpfers scheinen in die Tiefe gestrudelt. Dort sollen sie für immer bleiben, wenn es sie überhaupt je gab, denken viele und schwimmen erleichtert mit …

Unsere Erde jedoch dreht sich trotz Atemnot, Überbevölkerung und rücksichtsloser Ausbeutung noch immer ruhig in der gefährlichen Weite des Universums. Wie lange noch?

Dazu Blitzlichter und Momentaufnahmen in Balladen und Gedichten, die vielleicht nachdenklich machen und einen alternativen Blick erhellen auf die Gegenströmung im Zeitgeist bis jetzt und hinaus in die Ferne, wohl auch in die Schönheit.

Mathias Schröder
München,Oktober 2014

 

Leseproben:

LETZTES LACHEN

Letztes Lachen
Kummer Stein
Blauer Drachen
Hinkebein
Held sein
Hacken knallen
Stehen
Oder Fallen
Von der Wiege
Bis zur Bahre
Geld und Ware

 

UNSERE KRISE

Gerechtigkeit nicht Liebe
Paradies für Diebe
Liebe ohne Recht
Natterngeflecht

Zahle und diene
Summt die Eurobiene
Teile und herrsche
Singt die Eurolerche

Mein
Wille geschehe
Damit Ich
die Zukunft

Golden sehe

Anakondabiss
Angstgeschiss
Aus dem Bauch
Würgeschlauch
Die Börse kracht

Der Haifisch lacht

 

WENN ICH WILL

Wenn ich will
Bin ich bei dir
Oder gar
Das Salz im Wir
Wer nicht will
Steht als Trumm
In Manhattan
Babylon
Herum

Und
Stürzt ab
Sein Heil
Wird knapp
Der Seele Kraft
Ist abgezapft
Ein dürrer Ast
Am Lebensbaum
Der nicht passt

Mittendrin
Geldkönigin
Röhrenblut
Eisenwut
Ohne du
Geblieben
Hart und kalt
Wer kann sie lieben

Ein Mensch 
Der Leben krönt
Gebrochen wird
Und sich versöhnt
Hat diese Kraft
Die liebt
Nicht
Rafft und klafft

Ach, wenn du willst
Schweig ich still
Die Lerche singt
Nicht weil sie will
Der Adler stößt 
Auf uns herab
Weltengrab
Und letzte Wehe
Dein Wille geschehe

 

DIKTATUR UND WISSEN

Wissen ist Macht
Macht will Geld
Korrupte Schlacht
Beherrscht die Welt

Dass er nichts weiß
Sagt Sokrates
Gelassen
Trinkt das Gift
Ohne zu hassen
Er wusste
Um zu leben
Dass er
Sterben muss
Besiegelt
Durch den Todeskuss

Diktatur
Folterspur
Gehetzt gejagt
Nein gesagt

Wir wissen
Dass der Starke siegt
Wohin wenn er nicht stürzt
Der Airbus fliegt
Wer wen und warum betrügt
Und sich dabei
Das Kreuz verbiegt

Du Du Du
Und Nächstenliebe
Sind kein Gold
Für Seelendiebe

Hoch dotiert
Glatt poliert
Das Honigmaul
Dem Killer Paul
Diktatur und Wissen
Blut und Schweigekissen

Atomare Pilze
Sprießen
Posthum auf den
Urzeitwiesen
Der Meister
Hat gedient
Doch sein Wissen
War vermint
Supergau
Verseuchte Ware
Weltenbahre

Siege
Der Kriege
Inquisition
Folter und Hohn
Gewissen
Verschlissen

Knick im Auge
Säure ist Lauge
Seele wird Hirn
Dornenzwirn
Letzter Trumpf
Im Menschensumpf

Einstein
Krösus
Der Wissenschaft
Revolutionär
Mit Turbokraft
Geigenspieler
Zu Haus
Glaubt an Gott
Und streckt
Die Zunge raus

 

RECHT DES STÄRKEREN

Recht des Stärkeren
Mästet das Vieh
Fett wie nie
Hart gerockt

Abgezockt
Börse grollt
Rubel rollt
Leid der Armen
Zugewinn
Du bist drin
 

Lieber Sohn
Verblendet
Gewendet
Goldener Stier
Du bist hier

Gier und Betrug
Werde klug

Wenn Völker nicht wollen
Wie sie sollen
Wird Weltmacht kalt
Griff zu den Waffen
Segen der Pfaffen
Verführte Meute
Tanz um die Beute
Samsarakreis
Am Marterpfahl

Im Jammertal

Zieh nicht den Karren
Mächtiger Narren
Genug ist nie genug
Erkenne das Ende
Die jähe Wende
Wenn sie sich spaltet
Die Macht zerfällt
Dann brennt unsre Welt

Menschenkräfte
Reichen nicht
es verlöscht
Das kleine Licht
Dein Sterbehemd
Hat keine Taschen
Schlüpf durch
Die Maschen
Stirb und stehe
Sein Wille
Geschehe

 

ENDZEIT

Sündenfall
Verwaist
Im All
Menschheit
In Not
Ewiger
Tod
Minustief
Gefriert
Wen
Kalt
Saturn
Gebiert

 

 

WENN

In Zukunft
Ahne ich
Dass

Dein Wille
Nicht geschieht
Der Verstand
Die Seele flieht

Zu weit
Gesprungen
Mit gespalten Zungen
Überhitzt
Und abgeblitzt

Wir darben

Lebendig begraben
Errette uns
Aus dieser Not
Komm bittrer Tod

 

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